Unterhaltung

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Handy als Kieferstütze

Die Ausreden der Autofahrer, die mit dem Handy am Steuer erwischt werden, werden immer skurriler.
So gab ein Mann vor dem Amtsrichter in Sonderhausen (Thüringen) an, dass sein Unterkiefer „hin und wieder wackele“ und er das Handy lediglich als Stütze eingesetzt hätte. Obwohl er protestierte, „straffrei auszugehen, wenn er ein anderes Hilfsmittel benutzt hätte“, wies der Richter die Aussage des Mannes als unglaubwürdig zurück.
Ebenso musste sich ein weiterer Autofahrer mit einem Bußgeld von 70 Euro abfinden. Er hatte angegeben, das Handy während der Autofahrt nicht zum telefonieren, sondern als „Wärme-Akku“ gegen Ohrenschmerzen eingesetzt zu haben.

Klage: Zahn brach ab

Foto: pixelio

Geschädigter fordert Schmerzensgeld

Die Geschichte, die nun nach einem jahrelangen Zivilstreit vor Gericht endete, hatte harmlos angefangen. Ein Mönchengladbacher bestellte sich im Restaurant einer Fast-Food-Kette einen Cheeseburger. Plötzlich habe es gekracht. Er habe auf einen Fremdkörper gebissen und sofort einen heftigen Schmerz verspürt, erinnert sich der Gast. Ein Zahn war abgebrochen. Auf die Reklamation habe der Geschäftsführer des Lokales damals geantwortet: „So etwas kommt ab und zu vor.“

Damit gab sich der Mönchengladbacher nicht zufrieden. Er verklagte den Betreiber des Schnellrestaurants und forderte Schmerzensgeld. In der ersten Instanz vor dem Rheydter Amtsgericht aber unterlag der Kläger. Die Verletzung sei keineswegs durch den Verzehr des Cheeseburgers verursacht worden, hatte sich der Verkäufer der Fast-Food-Mahlzeit gewehrt. Der Zahn des Klägers sei vorgeschädigt gewesen, so sein Argument. Tatsächlich musste sich der Gladbacher ein paar Wochen nach dem Restaurantbesuch sogar in stationäre Behandlung begeben, weil sich unter dem Zahn eine Entzündung gebildet hatte. Das Zahnfragment wurde entfernt.

Gegen die Entscheidung des Amtsgerichts legte der Cheeseburger-Fan Berufung ein – und hatte Erfolg. Die 4. Zivilkammer des Landgerichts wertete den Fall anders und verurteilte den beklagten Betreiber des Schnellrestaurants. Der muss nunmehr an den Kläger 1500 Euro Schmerzensgeld nebst Zinsen zahlen. Dass der Zahn damals beim Verzehr eines Cheeseburgers nach einem knackenden Geräusch abgebrochen war, hatte die Begleiterin des Klägers beim Restaurant-Besuch im Gerichtssaal bestätigt. „Das kann nach der allgemeinen Lebenserfahrung nur durch einen harten Fremdkörper im Burger passiert sein“, entschieden die Richter des Landgerichts gaben und dem Gast Recht.

Rheinische Post, 7.5.2009

Schere als Zahnstocher benutzt

Foto: pixelio

Mr Lin verschluckte eine Schere

Mr Lin, 27, aus Putian, verschluckte eine Schere, als er diese als Zahnstocher benutzen wollte. Seine Ehefrau sagte: „Er plauderte nach dem Frühstück mit seinen Freunden, während er eine kleine Schere als Zahnstocher benutzte. Er lachte über eine Witz eines Freundes und unerwartet rutschte die Schere in seine Kehle.“ Der Mann versuchte sie durch Husten zu entfernen, aber machte es nur schlimmer.

Der behandelnde Krankenhausarzt berichtete: „Als er kam, war sein Gesicht entstellt, bleich und schweißüberströmt. Der Patient hatte Schwierigkeiten zu schlucken und das Blut war mit Speichel vermischt. Röntgenbilder zeigten die 9 cm lange Schere in der Luftröhre. Die Ärzte fürchteten, dass eine Vollnarkose die Muskeln der Kehle lockern könnte und die Schere weiter nach unten rutschen könnte. Unter Lokalanästhesie entfernten sie mit Pinzetten vorsichtig die Schere. Lin hat nur eine kleine Wunde in der Kehle.“

zahn-online, 1.4.2009

Kombizange gegen Zahnschmerzen

"Spontane Zahnextraktion" mit der Kombizange. Vor Nachahmung wird ausdrücklich gewarnt!

Lastwagenfahrer scheiterte beim Extraktionsversuch

Ein Lastwagenfahrer wollte sich auf einem Parkplatz im bayerischen Weibersbrunn einen schmerzenden Zahn mit Hilfe einer Kombizange ziehen. Der Selbstversuch der "spontanen Extraktion" ging - wie zu erwarten - daneben. Der Zahn brach ab. Am nächsten Morgen erlöste ein Zahnarzt den 25-jährigen Slowaken.

Der Mann hatte sich am 26. Januar 2009 zunächst bei der Polizei in Aschaffenburg gemeldet und von seinen Schmerzen berichtet. Rettungsdienst und Polizei kamen zum Rastplatz, um ihm zu helfen. Da jedoch kein Zahnarzt greifbar war, bekam der Lkw-Fahrer erst einmal Schmerzmittel verabreicht. Nachts wurden die Schmerzen anscheinend unerträglich - er setzte die Zange an.

Da das jedoch nicht half, musste der Unglückliche bis zum nächsten Morgen warten. Nach erfolgreicher Behandlung konnte er dann seine Fahrt nach Wien fortsetzen.

Ein schwerer Brocken

Kaum zu glauben: Ein Blasenstein so groß wie eine Honigmelone. Foto: pixelio.de

Blasenstein in der Größe einer Honigmelone aus Patienten entfernt

Ärzte aus dem nordostungarischen Debrecen haben einem 48-jährigen Mann einen Blasenstein von außergewöhnlicher Größe entfernt. Der Stein wies ein Gewicht von 1125 Gramm auf und hatte an seiner breitesten Stelle einen Durchmesser von stolzen 17 Zentimetern.

Der Blasenstein des ungarischen Patienten übertrifft damit den bisherigen Rekordhalter, einen 500 Gramm schweren Blasenstein, um mehr als das Doppelte. Zum großen Erstaunen der behandelnden Mediziner hatte der Mann vor der Operation keine Schmerzen. Er war lediglich zu einer Routineuntersuchung gekommen, in deren Verlauf dann der Blasenstein entdeckt worden war.

Vor zwölf Jahren hatte derselbe Patient bereits schon einmal großes Glück gehabt, als ihm die Harnblase aufgrund eines Tumors operativ entfernt worden war und ohne weitere Komplikationen durch eine künstliche Blase aus Darmgewebe ersetzt werden konnte. Der Patient hatte sich in den Jahren nach der schweren Operation so gesund und wohl gefühlt, dass er etliche Jahre lang keinen Arzt mehr aufsuchte. Auch nach der Entfernung des Blasensteins war der Mann schnell wieder wohlauf und wird dem Krankenhaus wohl bald wieder den Rücken zukehren können.

Ärzte Zeitung online, 20.1.2009

Süße Töne

Foto: proDente

Hat man da noch Töne? Die Schallplatte erlebt ein Comeback - in einer essbaren Version: Der Belgier Roland Landuyt hat die singende Schokolade erfunden. 15 Jahre lang tüftelte der Chocolatier aus dem Küstenbadeort Knokke, bis es ihm gelang, einen süßen Tonträger herzustellen. Jetzt hat er unter anderem Elvis Presleys Hit "It´s Now or Never" auf eine Schoggi-Single gebannt.

In den Handel kommt die "braune" Platte aber vorerst nicht: Die Produktionskosten lägen mit 50 Euro pro Stück einfach zu hoch, berichteten belgische Medien. Auch die Aufbewahrung bereite Schwierigkeiten.

Offen blieb zudem die Frage, ob sich nur süße Schnulzen für die essbare Spezialität eignen.

www.blick.ch, 2.12.2008

Vergesst die guten Sitten

Foto: proDente e.V.

Ein französischer Arzt rät seinen Landsleuten der Gesundheit zuliebe dazu, den guten Sitten abzuschwören. So sollten sie den Darm- und Magenwinden freien Lauf lassen und auch den Schweiß nicht zu unterdrücken suchen.

Frédéric Saldmann folgt in seinen Empfehlungen, dargelegt in seinem Buch "Le Grand Ménage", dem berühmten Luther-Spruch "Warum rülpset und furzet ihr nicht? Hat es euch nicht geschmacket?". Die Franzosen sollten sich endlich trauen zu pupsen, schreibt Saldmann französischen Medien zufolge.

Die zwei Liter Gas entweichen zu lassen, die ein Mensch durchschnittlich pro Tag produziere, sei schließlich ein natürlicher Prozess - sie zurückzuhalten, könne dagegen die Gedärme schädigen. Auch sollten seine Landsleute nach jedem Essen rülpsen, was einer Hiatushernie vorbeuge. Die Luft im Magen zu belassen, führe zu Sodbrennen, was wiederum das Risiko für Speiseröhrenkrebs erhöhe.

Ärzte Zeitung, 15.5.2008

Titanisch bürsten

Revolution in der Mundhygiene: Zähne putzen mit Licht und Titan

Lebenslänglich - das klingt gar nicht gut. Dagegen lebenslang - das liebe ich sehr. Eine lebenslange Telefonnummer, lebenslanges Lernen, lebenslanges Wohnrecht ... Ich besaß einmal eine Jeans mit lebenslanger Garantie, fantastisch (leider musste ich sie wegschmeißen, weil ich sie nicht mehr mochte).

Jetzt gibt es die lebenslange Zahnbürste, und das ist noch lange nicht alles, was man über die Soladey-eco berichten muss. Sie putzt ohne Zahnpasta. Und sie erledigt - glaubt man drei japanischen und einer kanadischen Studie sowie dem Hersteller - die Plaque auf den Zähnen besser als jede gewöhnliche Zahnbürste. Mit Licht!

Im Griff integriert ist ein Titan-Kern. "Diese Rute ist das Geheimnis zu Soladey", lesen wir auf der Homepage www.soladey.com/de. Wird die Rute nass (Spucke) und leuchtet Licht (Waschtischlampe), lösen sich negativ geladene Elektronen von der Zahnbürste, wandern zur Plaque und reißen dort positiv geladene Wasserstoff-Ionen heraus. Der Zahnbelag bricht in sich zusammen, und wir erleben eine "Revolution in der konservativen Welt der Mundhygiene" (New York Times).

Wie alle Revolutionen hat auch diese ein paar negative Begleiterscheinungen. Damit Licht den titanischen Plaqueabbauprozess in Gang hält, muss ich beim Zähnebürsten den Mund geöffnet halten. Dadurch wird der Badezimmerspiegel besprenkelt. Damit man viel Licht hat, empfiehlt der Hersteller, die Zähne in der Sonne zu pflegen. Das macht die Mundhygiene in sonnenarmen Gegenden eher schwierig. Schließlich habe ich, wenn ich ohne Zahnpasta putze, nachher einen schlechten Geschmack im Mund - und Mundgeruch, was zu Ärger mit den Mitmenschen führt.

Andererseits: Was sind Spiegel und Mundgeruch angesichts der Zahngesundheit? Ein Test mit Färbetabletten aus der Apotheke zeigt: Die Soladey-eco schafft auch nicht mehr Plaque weg als meine Drogeriemarkt-Billiglösung. Doch bin ich schlauer als Millionen Japaner, die seit über zehn Jahren auf die Erfindung des Dr. Yoshinori Nakagawa vertrauen? Bin ich nicht.

Die Zeit, 21.2.2008

Weintrauben helfen gegen Karies

Foto: pixelio.de

Substanzen aus Weintrauben, die Polyphenole, hemmen die Entstehung von Plaque und Karies in den Zähnen. Polyphenole lassen sich aus gepressten Trauben gewinnen und machen den wichtigsten Kariesverursacher Streptococcus mutans unschädlich. Dies berichten Forscher um Hyun Koo (Universität von Rochester, New York) jetzt in der Fachzeitschrift "Journal of Agricultural and Food Chemistry" (Band 55, S. 10200).

Bakterien der Art Streptococcus mutans greifen die Zähne auf zweierlei Arten an. Einmal produzieren sie eine Säure, in deren Milieu nur sie überleben können. Zum anderen bilden sie einen schmierigen Biofilm als Schutzmauer gegen äußere Einflüsse und teilweise gegen Antibiotika. Gegen diese Plaques erwiesen sich aus Weintrauben gewonnene Extrakte als sehr wirksam. Kamen die Bakterien mit den Extrakten in Berührung, bildeten die Bakterien bis zu 85 Prozent weniger Plaque. Außerdem setzten die Bakterien weniger Säure frei.

www.tagesspiegel.de