Rauchen: Zahnfleischentzündung wird unsichtbar

Auch Schwierigkeiten bei Einheilung von Implantaten

"Raucher sind gefährdeter als Nichtraucher, an einer schweren Zahnfleischentzündung zu erkranken", darauf verweist Dirk Kropp, Geschäftsführer von proDente.

Paradox: Raucher bemerken erst viel später, dass sie an einer Entzündung des Zahnhalteapparates leiden. "Sie leiden offensichtlich an keiner Entzündung des Zahnfleisches, aber in der Tiefe geht der Knochenabbau weiter", bemerkt Prof. Dr. Noack (Universität Köln), proDente-Experte, zu diesem Problem.

Das Nervengift Nikotin dringt nach dem Einatmen in die feinen Blutgefäße des Zahnfleischs. Die Gefäße werden durch Nikotin verengt und das Gewebe nicht mehr normal durchblutet. Erstes Zahnfleischbluten - ein wichtiges Warnsignal auf eine beginnende Parodontitis - bleibt somit aus. "Eigentlich müssten die Warnhinweise auf den Zigaretten-Verpackungen um den Hinweis ergänzt werden, dass Raucher früher ihre Zähne verlieren", fordert Noack.

Rauchen und Zahnersatz

Rauchen erschwert zudem die Einheilung bei der Versorgung mit Zahnersatz. Gerade bei der immer beliebter werdenden Versorgung mit Implantaten scheitert die Einheilung zumeist, weil Patienten nicht vom Glimmstängel lassen können. Das Zahnfleisch wird durch Rauchen mangelhaft mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen versorgt: Schädliche Bakterien können sich vermehrt ansiedeln und Entzündungen auslösen.

Experten fordern, dass Raucher sowohl vor dem Eingriff als auch danach eine Pause einlegen. Drei Wochen vor einer Operation mit Zahnimplantaten sollten Raucher auf Zigaretten verzichten. "Auch nach dem Eingriff sollten die Glimmstängel für sechs Wochen Tabu sein", fordert Kropp.

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proDente e. V.