Abnehmbarer Zahnersatz auf Implantaten

Wenn viele Zähne im Kiefer ersetzt werden müssen

Es gibt zwei Möglichkeiten, größere Zahnverluste zu behandeln. Herausnehmbare Prothesen gehören zu den Standardversorgungen. Erheblich komfortabler und angenehmer für Patienten mit größerem Zahnverlust sind dagegen Implantate, künstliche Zahnwurzeln.

Die Implantate werden fest im Kiefer verankert und bilden zusammen mit dem sichtbaren "Aufsatz", der so genannten Suprakonstruktion, den eigentlichen Zahnersatz. Implantate gelten als eleganteste Möglichkeit, fehlende Zähne sowohl medizinisch als auch kosmetisch perfekt zu ersetzen.

Die künstlichen Zahnwurzeln dienen dabei der Befestigung und Stabilisierung der Suprakonstruktion, bei Patienten mit großem Zahnverlust ist das meist eine abnehmbare Prothese, in seltenen Fällen auch eine abnehmbare Brücke. Oft reichen schon wenige Implantate aus, um einer Prothese oder Brücke sicheren Halt zu geben.

Kieferabbau durch Implantate aufhalten

Neben ihrem sehr sicheren Halt haben Implantate einen weiteren großen Vorteil: Sie sorgen dafür, dass der Kieferknochen sich nicht weiter abbaut. Ein fehlbelasteter oder nicht belasteter Knochen kann sich nämlich zurückbilden und damit eine Versorgung mit normalen Prothesen erschweren. Die fest verankerten künstlichen Zahnwurzeln schaffen Abhilfe. Sie stabilisieren den gesamten Kiefer und sorgen für eine bessere Verteilung der Kieferbelastung. Der Kieferknochen wird dadurch erhalten.

Anspruchsvolle, beratungsintensive Behandlung

Bevor der Zahnarzt Implantate setzen kann, wird er einige grundlegende Untersuchungen vornehmen und den Patienten nach seinem Gesundheitszustand befragen. Schließlich ist eine Implantation eine Operation, für die alle Schritte sorgfältig vorbereitet und geprüft werden müssen. Patienten, die sich für eine Implantation entschieden haben, sollten sich auf einige Monate Behandlungsdauer einstellen.

Der abnehmbare Zahnersatz kann nämlich erst dann eingegliedert werden, wenn das Implantat eingeheilt ist. In der Zwischenzeit wird der Patient mit einem Provisorium versorgt.

Implantate im Unter- und Oberkiefer

Das Einheilen der künstlichen Zahnwurzeln im Unterkiefer dauert etwa drei Monate. Dort findet der Zahnarzt meist noch eine ausreichende Knochenstruktur vor, die eine Implantation ermöglicht. In der Regel müssen mindestens zwei, idealerweise vier künstliche Zahnwurzeln eingepflanzt werden. Implantationen im Oberkiefer sind dagegen aus anatomischen Gründen schwieriger. Die Einheilphase dauert aufgrund der Beschaffenheit des Oberkieferknochens bis zu sechs Monaten.

Fest und flexibel: Doppelkronen und Stegkonstruktionen

Wenn viele Zähne fehlen und nur eine begrenzte Anzahl an Implantaten eingesetzt werden kann, wird die Prothese meist über einen Doppelkronenmechanismus oder eine Stegkonstruktion an den eigenen Zähnen und/oder den Implantaten befestigt. Doppelkronen bestehen dabei aus einer fest auf dem Implantat eingeschraubten Goldkrone und einer zweiten Krone in der Prothese, die darauf einrasten kann. Solche Verbindungen haben den Vorteil, dass die Implantatkrone und Zahnkrone beim Herausnehmen der Prothese gut gereinigt werden können.

Stegkonstruktionen werden ebenfalls fest auf Implantaten oder eigenen Pfeilerzähnen fixiert. Über Metallstege verbinden sie die einzelnen Implantatkronen und bilden so ein großflächiges Halteelement, in das die Prothese sicher eingreift. Stege gibt es in verschiedenen Konstruktionsformen und Ausführungen. Die meisten liegen der Schleimhaut nah an. Die Pflege ist hier besonders am Implantatrand und am Kronenrand etwas aufwändiger.

Kosten

Investitionen, die sicheren Sitz garantieren

Mit wenigen, gesetzlich genau festgelegten Ausnahmen ist eine Implantatversorgung von der künstlichen Zahnwurzel (Implantat) bis zum eigentlichen Zahnersatz (Suprakonstruktion) eine Privatleistung.

Festzuschüsse

Seit der Einführung der Festzuschüsse im Januar 2005 erhält der Patient einen Zuschuss zur Suprakonstruktion, dessen Höhe sich nach dem jeweiligen Befund richtet. (Zuvor erhielt ein Patient, der sich für eine Implantatversorgung entschied, von den gesetzlichen Krankenversicherungen keinen Zuschuss.) Dabei gilt die Bonusregelung.

Bei privaten Krankenversicherungen ist je nach Tarif eine Kostenerstattung möglich.