Schon Kinderzähne leiden unter Knirschen

Zähneknirschen hauptsächlich in der Nacht

Foto: Pixelio

Besonders bei Fünfjährigen steigt die Zahl der Kariesschäden an Milchzähnen durch Zähneknirschen an.

Schon mit etwa zehn Monaten beginnt ungefähr die Hälfte aller Babys, mit den Zähnen zu knirschen. Dies ist ganz natürlich, denn die nach und nach einwachsenden Milchzähne müssen sich aufeinander "einschleifen". Erst mit steigendem Alter wird dieser Reflex zur verstärkten Belastung für das kindliche Gebiss. Immer häufiger lassen sich bei Kindern im Alter von fünf Jahren Milchzahnschäden durch Zähneknirschen (auch Bruxismus genannt) feststellen. Und bei jedem zweiten Zwölfjährigen finden sich bereits Veränderungen im Mundraum, die auf bedenklich erhöhte Muskelbewegungen hindeuten.

Zähnepressen und Zähneknirschen passieren hauptsächlich in der Nacht und sind ein Spiegel des Stresses, dem heutzutage bereits die Kleinen im Alltag ausgesetzt sind. An den Problemen beißen sie sich dann im wahrsten Sinne des Wortes fest. Die Ursache für das Knirschen zu beseitigen heißt, den Belastungsdruck von den Kindern zu nehmen und ihnen aktive Entspannungsmöglichkeiten anzubieten. Vorübergehende Anspannungen lassen sich gut durch ein warmes Bad, eine Tasse heißer Milch oder einfache Entspannungsübungen wieder lösen.

Leichte Formen des Knirschens nutzen zunächst die Eckzähne, stärkere Ausprägungen dann die Frontzähne und im Laufe der Zeit auch die Backenzähne ab. Weitere Folgen wie z. B. Kopfschmerzen, Gesichts- oder Ohrenschmerzen, chronische Zahnschmerzen, lockere Zähne und dauerhafte Schäden am ganzen Kausystem können eintreten. Umgekehrt können aber auch Ohrenschmerzen oder andere Missempfindungen zum nächtlichen Zähneknirschen führen. Gehen Kinder regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolle, werden dort die ersten Anzeichen von Zähneknirschen bemerkt. Jedoch sollten auch die Eltern beobachten, ob ihr Nachwuchs im Schlaf die Zähne zusammenpresst. Zur Schonung von Zähnen und Kiefergelenk empfehlen Experten das Einschleifen der Zähne und eine "Knirscherschiene". Ob das notwendig ist, muss der Zahnarzt im Einzelfall feststellen. Die Schiene wird aus metallverstärktem Kunststoff angefertigt und über Nacht wie eine Schutzkappe auf die Zähne gestülpt.

Bemerken Eltern sogar, dass ihr Schulkind auch tagsüber mit den Zähnen knirscht und andere nervöse Gewohnheiten wie Nägelkauen, Nagen an Stiften oder das Wundkauen der Wangeninnenseiten zeigt, sollten sie mit ihrem Kinder- und Jugendarzt besprechen, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.

IME / Kinderaerzte im Netz.de

Zahnärztlicher Kinderpass

Der Zahnärztliche Kinderpass
der KZV Nordrhein für alle kleinen Zahnarztpatienten und ihre Eltern dokumentiert genau, welche zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern bis zur Einschulung durchgeführt werden müssen, und enthält wertvolle Informationen zur Erhaltung der Zahn- und Mundgesundheit Ihres Kindes.

Lesen Sie hier mehr