Naturprodukte

Heilungsfördernde Gerbstoffe und desinfizierende Öle - bei Entzündungen der Mundschleimhaut hat die Natur einiges zu bieten

Die zarte Mundschleimhaut muss eine Menge mitmachen: Heißes Essen, scharfkantige Nahrungsbestandteile, Bakterien und nicht zuletzt die eigenen Zähne setzen ihr tagtäglich zu. Schmerzhafte Risse, Verbrennungen oder bakterielle Entzündungen von Mundschleimhaut und Zahnfleisch sind daher keine Seltenheit. Mit natürlichen Mitteln lassen sie sich wirkungsvoll behandeln.

Entzündungshemmend

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Klassischer Entzündungshemmer unter den Arzneipflanzen ist die Kamille. Ihre ätherischen Öle wirken außerdem antimikrobiell. Zum Spülen eignet sich ein selbst bereiteter Aufguss aus Kamillenblüten. Praktischer sind alkoholische Lösungen aus der Apotheke, die nur noch verdünnt werden müssen. Auch in Gelform lässt sich die Heilkraft der Kamille nutzen.

Desinfizierend

Die ätherischen Öle der als Küchenkraut geschätzten Salbeiblätter töten Krankheitserreger ab und sind daher wertvoll bei infektiös bedingten Entzündungen der Mundschleimhaut. Ähnlich wirken Nelkenöl sowie Thymol aus dem ätherischen Öl des Thymiankrauts. Nelkenöl hat darüber hinaus schmerzstillende Eigenschaften und ist deshalb in der Zahnheilkunde beliebt. Auch Myrrhe, das getrocknete Harz aus der Rinde ostafrikanischer Commiphora-Bäume, wirkt antiseptisch. Myrrhe-Tinktur eignet sich verdünnt zum Gurgeln oder unverdünnt zum Einpinseln der entzündeten Stellen.

Abdichtend

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Salbei ist gleich in mehrfacher Hinsicht von Nutzen: Neben den antiseptischen Ölen enthält er Gerbstoffe mit adstringierender - zusammenziehender - Wirkung. Diese Pflanzeninhaltsstoffe reagieren mit den Eiweißmolekülen der Schleimhautoberfläche, die sich daraufhin zusammenballen: Kleine Wunden werden abgedichtet, Schmerz und Entzündungen klingen ab. Gleichzeitig wird verhindert, dass Krankheitserreger in die Wunde eindringen.

Auch Ratanhiawurzel, Tormentillwurzel und getrocknete Heidelbeeren enthalten Gerbstoffe. Medizinalrhabarber wird zusammen mit entzündungshemmender Salicylsäure eingesetzt.

Quelle: Gesundheit/Das Magazin aus Ihrer Apotheke Mai 2000