Ob 60, 70 oder 80 …
… gesunde Zähne bis ins hohe Alter erhalten

- Foto: Blend-a-med
Mit einer sorgfältigen Mund- und Zahnpflege sowie regelmäßigen Zahnarztbesuchen können Senioren eigene gesunde Zähne bis ins hohe Alter hinein erhalten und auf diese Weise nicht nur ihre allgemeine Gesundheit stärken, sondern auch ein großes Plus an Lebensqualität hinzugewinnen.
Die Deutschen werden immer älter. Lag die Lebenserwartung eines neugeborenen Jungen 1950 bei durchschnittlich 63,95 Jahren, erreichte sie 2006 schon 77,13 Jahre. Ähnlich verhält es sich bei Mädchen. Doch werden die Menschen nicht nur älter, auch ihre Zahngesundheit im Alter wird immer besser. Hier ist natürlich neben den regelmäßigen Besuchen beim Zahnarzt, die mindestens zweimal im Jahr stattfinden sollten, die individuelle Mitarbeit eines jeden Patienten ganz besonders gefragt.
Was kann man tun, um Zähne bis ins hohe Alter hinein gesund zu erhalten?
Eine optimale Mundhygiene ist wohl das verlässlichste Mittel. Täglich mindestens zweimal die Zähne mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta zu reinigen, ist Grundvoraussetzung. Hinzu kommt die tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen.
Häusliche Mundhygiene anpassen
Doch mit zunehmendem Alter verschlechtert sich häufig die Feinmotorik. Gegenstände können nicht mehr so kräftig gegriffen und bewegt werden wie in jüngeren Jahren. Hier können spezielle Seniorenzahnbürsten sehr hilfreich sein. Sie haben einen dickeren Griff, der eine sichere Handhabung erleichtert. Auch mittels einer elektrischen Zahnbürste lässt sich die häusliche Mundhygiene erleichtern und verbessern, da die Handhabung durch den dickeren Griff und die leichtere Putzbewegung wesentlich einfacher ist. Auch für die Zahnseide gibt es Hilfsmittel, die die Zahnseide auffädeln und die Handhabung damit deutlich erleichtern. Oder aber man verwendet für die größeren Zahnzwischenräume spezielle Zwischenraumbürstchen.
Oft zum Zahnarzt gehen
Mit der häuslichen Mundhygiene allein ist es aber nicht getan. Man sollte mindestens zweimal jährlich einen Kontrollbesuch beim Zahnarzt wahrnehmen, der Karies oder auch Erkrankungen des Zahnhalteapparates („ Parodontitis“) erkennen kann. Es ist nämlich wichtig, dass eventuelle Erkrankungen möglichst frühzeitig erkannt werden: So wird z. B. das Fortschreiten der Karies verhindert oder die Heilung von Zahnfleischentzündungen erleichtert. Mittels einer Professionellen Zahnreinigung (PZR) in der Praxis werden zudem kritische Stellen, insbesondere zwischen und hinter den Zähnen, gründlich gesäubert, die man auch mit großem Geschick mit Zahnbürste, Zahnseide usw. kaum erreichen kann.
Das Zahnfleisch beachten
Die Zahnfleischentzündungen, im Volksmund auch als Parodontose bekannt, sind in den letzten Jahren zu Recht stark ins Blickfeld der Zahnmediziner und der Öffentlichkeit gerückt. Ältere verlieren häufiger Zähne, weil der Zahnhalteapparat erkrankt ist, als wegen einer Karies! Wird aus der bakteriell bedingten Entzündung des Zahnfleisches (Gingivitis) eine Parodontitis, kommt es zu einer schwerwiegenden Zerstörung des Zahnhalteapparates (Parodont), die dann nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Die Parodontitis führt deshalb, wenn sie nicht rasch behandelt wird, zum frühzeitigen Zahnverlust. Da Erkrankungen des Zahnfleisches in den meisten Fällen schmerzlos sind, werden sie häufig erst vom Zahnarzt erkannt.
Über Anzeichen einer Zahnfleischentzündung mit dem Zahnarzt sprechen
Nicht nur für Zähne ist die Parodontitis eine Gefahr. Der Zusammenhang zwischen parodontalen Erkrankungen und erhöhtem Risiko für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und rheumatischen Erkrankungen wird mittlerweile von vielen wissenschaftlichen Studien bestätigt. Ob Jung oder Alt, um das Risiko einer Parodontitis und einer Karies zu mindern, gilt es die Mundhygiene zu optimieren. Ein besonders wichtiges Hilfsinstrument bietet Ihr Zahnarzt nicht nur für ältere Menschen an: die Professionelle Zahnreinigung (PZR).
Professionelle Zahnreinigung wahrnehmen
Bei der PZR reinigt der Zahnarzt oder eine speziell geschulte Fachkraft die Zähne von weichen und harten Belägen. Hierfür werden besondere Polierbürsten und Kelche benutzt, deren Anwendung nicht schmerzt, sondern nur etwas kitzelt. Besonders hartnäckige Verfärbungen, wie sie durch den Genuss von Tabak, Rotwein, Kaffee und Tee entstehen können, werden mit einem speziellen Pulverstrahlgerät entfernt. Durch dieses Verfahren können die Zähne manchmal auch etwas aufgehellt werden. Anschließend werden die Zähne mit Fluorid behandelt, um den Zahnschmelz zu härten. Wichtig ist, dass die regelmäßige Wiederholung dieser Maßnahmen individuell geplant wird.
Zahnfleischentzündung
Anzeichen einer Entzündung des Zahnfleisches sind:
– Zahnfleischbluten
– Rötungen und Schwellungen des Zahnfleisches
– Berührungsempfindlichkeit des Zahnfleisches
– Mundgeruch
– Eiterbildung am Zahnfleischrand
– Zahnfleischrückgang
– Zahnlockerungen
Treten diese Anzeichen auf, sollten Sie möglichst rasch mit Ihrem Zahnarzt sprechen!
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